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Fast einsam...

Fast einsam stand sie dort und bewegte sich kein Stück. Eine kühle, trockene Luft bahnte sich den Weg durch ihre junge Lunge. Sie atmete ein. Sie atmete aus. Ein leises Rascheln durchzog die Baumkronen. Ein Blatt fiel herab und glitt auf den Luftströmen die ein vorbeifahrendes Auto erzeugte. Eine zwei Meter hohe Stange hielt das Schild, unterdem sie immernoch fast einsam stand und sich kein Stück bewegte. Es kam auf sie zu, die Straße entlang. Eine dicke Frau rührte sich, stellte sich vor die Bordsteinkante, stieg ein. Es fuhr ab. In naher Entfernung erhob sich der junge Mann, der schon lange auf der Bank gesessen hatte und nun mit ihr einsam dort stand und sich kein Stück bewegte. Der Wind brauste auf und pustete das Laub über den fast menschenleeren Bürgersteig. Der Wind heulte kläglich und brachte das Geäst zum Tanzen. Ein Blatt fiel herab, flog auf dem Wind empor und landete auf dem Dach des Häußchens. Sie standen einsam dort und bewegten sich kein Stück. Ihr strohblondes Haar wehte ihr ins blaße Gesicht. Sie schloß ihre eisblauen Augen. Sie atmete ein. Sie atmete aus. Er nahm langsam einen Schritt und kam ihr näher. Sie behielt die Augen zu und ließ die eisige Luft in ihre trockene Lunge. Er nahm einen weiteren Schritt und rückte ihr näher. Sie öffnete die Augen. Diese verfolgten ein Auto. Sie schloß sie wieder. Er stand hinter ihr und hob langsam die Hand. Er führte sie hoch zu ihrer Schulter. Sie standen dort, einsam und sie bewegte sich kein Stück. Er hatte sie noch nicht berührt, hielt seine Hand über ihrer Schulter. Sie hatte die Augen geschlossen. Atmete ein. Atmete aus. Der eintönige Himmel über die zwei jungen Menschen strömte nur von gefühlsleerer Energie. Der Wind füllte ihre Brust. Er ließ die Hand fallen und schlüpfte vorsichtig zwischen ihrer Tallie und ihrem Arm. Sie öffnete die Augen. Er packte sie, klammerte sie am Bauch. Sie atmete ein, drehte sich um und küsste ihn, bis all die Kälte verschwand.